Was ist Midjourney?
Midjourney ist einer der führenden KI-Bildgeneratoren und bekannt für besonders ästhetische, künstlerische Ergebnisse. Im Gegensatz zu DALL-E 3 (über ChatGPT) oder Leonardo AI wird Midjourney über Discord oder die Midjourney-Website bedient. Das klingt erst mal ungewöhnlich, ist aber nach wenigen Minuten intuitiv. In dieser Anleitung führen wir dich Schritt für Schritt durch alles, was du wissen musst.
Schritt 1: Account erstellen
So startest du mit Midjourney:
- Gehe auf midjourney.com und erstelle ein Konto
- Du kannst dich über Discord oder direkt auf der Website anmelden
- Wähle einen Abo-Plan (ab ca. 10 $/Monat für den Basic-Plan)
- Auf der Website kannst du direkt im Browser generieren, über Discord nutzt du den /imagine-Befehl
Schritt 2: Dein erster Prompt
Ein Midjourney-Prompt ist eine Textbeschreibung deines gewünschten Bildes. Gib einfach auf der Website oder in Discord mit /imagine ein, was du sehen willst:
Einfacher Start-Prompt:
"A cozy coffee shop in Berlin on a rainy autumn day, warm lighting, watercolor style"
Wichtig: Midjourney funktioniert aktuell am besten mit englischen Prompts. Du kannst aber ChatGPT nutzen, um deine deutsche Idee in einen optimalen englischen Midjourney-Prompt zu übersetzen.
Midjourney generiert standardmäßig 4 Bildvarianten. Du kannst dann:
- U1-U4: Ein Bild in hoher Auflösung generieren (Upscale)
- V1-V4: Variationen eines Bildes erstellen
- Re-Roll: Komplett neue Ergebnisse generieren
Schritt 3: Prompt-Struktur verstehen
Gute Midjourney-Prompts folgen einer Struktur:
Formel:
"[Motiv] + [Umgebung/Setting] + [Stil/Ästhetik] + [Licht/Stimmung] + [technische Details]"
Ein Beispiel mit dieser Formel:
Strukturierter Prompt:
"Portrait of an elderly craftsman in his workshop, surrounded by wooden tools, golden hour sunlight through dusty windows, photorealistic, shot with Canon EOS R5, shallow depth of field, 85mm lens"
Je mehr Details du gibst, desto präziser wird das Ergebnis. Aber auch kurze Prompts können fantastische Ergebnisse liefern – Midjourney ist sehr gut darin, Lücken kreativ zu füllen.
Schritt 4: Die wichtigsten Parameter
Parameter werden an den Prompt angehängt und steuern technische Aspekte:
- --ar [Verhältnis] – Seitenverhältnis. Beispiele: --ar 16:9 (Widescreen), --ar 1:1 (Quadrat), --ar 9:16 (Hochformat/Stories), --ar 4:5 (Instagram Post)
- --v [Nummer] – Modell-Version. --v 6.1 ist aktuell die neueste. Jede Version hat einen eigenen Stil
- --style raw – Reduziert Midjourneys eigenen künstlerischen Einfluss. Nützlich für fotorealistische Bilder
- --stylize [0-1000] – Wie stark Midjourneys Ästhetik eingreift. Niedrig = näher am Prompt, hoch = künstlerischer
- --chaos [0-100] – Wie unterschiedlich die 4 Varianten sind. 0 = ähnlich, 100 = wild verschieden
- --no [Element] – Elemente ausschließen. Z.B. --no text, --no people
Prompt mit Parametern:
"Japanese zen garden in morning mist, minimalist, peaceful atmosphere, soft pastel colors --ar 16:9 --v 6.1 --style raw --stylize 200"
Schritt 5: Stile und Ästhetiken
Midjourney reagiert sehr gut auf Stil-Beschreibungen. Hier einige, die besonders gut funktionieren:
- Fotorealistisch: "photorealistic, shot with [Kamera], [Brennweite] lens, natural lighting"
- Illustration: "digital illustration, flat design, vibrant colors" oder "hand-drawn, pencil sketch"
- Vintage: "retro 70s photograph, film grain, faded colors, Kodak Portra 400"
- Cinematic: "cinematic still, anamorphic lens, moody lighting, color grading"
- Aquarell: "watercolor painting, loose brushstrokes, soft edges, paper texture"
- 3D: "3D render, Pixar style, soft lighting, smooth surfaces" oder "isometric 3D, low poly"
Schritt 6: Fortgeschrittene Techniken
Image-to-Image: Du kannst ein eigenes Bild als Referenz hochladen und darauf basierend neue Bilder generieren. Das ist nützlich, um einen bestimmten Stil oder eine Komposition beizubehalten.
Remix Mode: Erlaubt dir, den Prompt nachträglich zu ändern, während du die Grundstruktur des Bildes beibehältst. Perfekt für iteratives Arbeiten.
Multi-Prompts: Mit :: kannst du verschiedene Teile deines Prompts gewichten:
Gewichteter Prompt:
"sunset landscape::2 with a small cabin::1 in watercolor style::1.5"
Die Zahl nach :: bestimmt die Gewichtung. Höhere Zahlen bedeuten mehr Einfluss auf das Ergebnis.
Häufige Fehler vermeiden
- Zu vage: "Ein schönes Bild" gibt Midjourney nichts zu arbeiten. Sei spezifisch
- Zu viele Elemente: Mehr als 3-4 Hauptelemente verwirren die KI. Fokussiere dich
- Widersprüchliche Anweisungen: "Fotorealistisch" und "Cartoon-Stil" im selben Prompt funktioniert nicht
- Parameter vergessen: Ohne --ar bekommst du immer quadratische Bilder
Fazit
Midjourney ist eines der besten Tools für KI-generierte Bilder, besonders wenn du Wert auf Ästhetik und künstlerische Qualität legst. Der Einstieg über die Website ist einfach, und mit den richtigen Prompts und Parametern erzielst du schnell beeindruckende Ergebnisse. Starte mit einfachen Prompts, experimentiere mit Stilen und Parametern, und du wirst innerhalb weniger Stunden ein Gefühl dafür entwickeln, was funktioniert. Für eine kostenlose Alternative mit ähnlich guter Qualität ist Leonardo AI einen Blick wert.